Arbeit unter dem Sattel

Voraussetzung um ein Reitpferd zu werden /zu sein

Am Boden kann man das Pferd am besten auf das Tragen eines Reiters vorbereiten. Für mich ist eine Grundausbildung am Boden für Jungpferde, aber auch bereits gerittene Pferde nicht wegzudenken. Am Boden fängt die Kommunikation an und wenn es dort bereits Probleme gibt, werden diese unter dem Sattel noch schwerer zu lösen sein.  Hilfen, die wir zum Arbeiten mit unserem Pferd benötigen, können am Boden gelernt werden und auch unter dem Sattel übertragen werden. Einatmen – losgehen, ausatmen – anhalten.  Meine Pferde kennen die gängigen Kommandos und können sie auch umsetzen, wenn ich auf ihnen drauf sitze.

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Ganz wichtig ist mir, dass das Pferd am Boden gesund gymnastiziert wird, dass es das Reitergewicht auch gut tragen kann. D.h. es muss gelernt haben seinen Körper und den des Reiters auszubalancieren. In der akademischen Reitkunst finde ich die besten Grundlagen, um aus einem Pferd ein gesundes Reitpferd zu machen. Gerne ergänze ich zu der Reitkunst die Übungen der Dualaktivierung mit Hütchen und Dualgassen, die dem Pferd und Reiter in ihrer Selbstwahrnehmung gut helfen können, wenn sie Struktur in der Reitbahn brauchen.

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Die gymnastizierende Arbeit unter dem Sattel

Die Gymnastizierung am Boden wird unter dem Sattel fortgeführt. Was braucht das Pferd, um einen Reiter tragen zu können? Muskeln, besonders die am Bauch, da wir auf dem Gegenspieler, den Rückenmuskeln unser Gewicht haben und der Rücken locker mitschwingen soll. Bauchmuskeln trainieren wir unter anderem durch das Untertreten der Hinterbeine unter den Schwerpunkt. Da Pferde von Natur aus nicht im Kreis laufen können, müssen wir es dem Pferd erst beibringen. Es lernt Stellung und Biegung, Untertreten und daraus die Seitengänge, ein Anheben der inneren Schulter bzw.das Heben des Brustkorbs, ein vorwärts-abwärts-suchen zur Hand, bis hin zur Versammlung und hohen Schule und und und… Reiten ist eine Lebensaufgabe und man lernt nie aus. Ebenfalls lege ich großen Wert auf Sitzschulung. Fühlen – Wahrnehmen – verinnerlichen. Welche Bewegungen macht der Pferdekörper unter mir? Wann hebt das Pferd welchen Huf? Wie fühlt sich ein locker- mitschwingender Rücken an? Wie kann ich den Takt meines Pferdes beeinflussen und was passiert mit der Bewegung des Pferdes, wenn ich mich (unbewusst) anspanne? Was lösen die Bewegungen meines Körpers im Pferd aus?

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Zur Gymnastik gehört für mich ebenfalls das Reiten im Gelände dazu. Es baut Kondition und Muskulatur auf, wenn man längere Strecken geradeaus traben oder galoppieren kann auf unterschiedlichen Böden und verschiedenem Terrain.

 

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Gebissloses reiten

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Meine Pferde werden unter anderem gebisslos ausgebildet. Am Boden und in der Dressurarbeit arbeite ich mit dem französischen Kappzaum, dem Cavecon. Im Gelände nutze ich meinen Multi-Kappzaum mit verschiedenen gebisslosen Funktionen. 

Jede Zäumung ist so scharf wie die Hand, darum muss man sich auch mit einer gebisslosen Zäumung bewusst sein, dass man auf eine empfindliche Nase einwirkt, die mit feinen Nervenbahnen durchzogen ist. Ich finde es besonders wichtig, dass der Zaum am Pferdekopf richtig angepasst ist und nicht zu tief oder zu hoch sitzt. Grundsätzlich denke ich, dass Pferde keine Gebisse brauchen, um die Lektionen der hohen Schule zu erreichen. In der ein oder anderen Übung in der Dressur, kann es dem Pferd zum Teil bei gewissen Problemen helfen, wenn das Pferd eine Hilfe über den Unterkiefer besser annimmt, als über die Nase, natürlich ist eine  feinfühlige Reiterhand Voraussetzung. Aber die sollte sie, wie gesagt, immer sein.

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Freies reiten

Reiten ohne alles. Der Traum eines jeden. Hier gehört gegenseitiges Vertrauen an erster Stelle und eine gute Grundausbildung, vorbereitet am Boden und unter dem Sattel mit Zaumzeug, wird langsam Stück für Stück weggelassen. Je sensibler das Pferd auf den Sitz des Reiters geschult wurde, desto besser klappt das Reiten ohne alles!

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Das Pferd ist dein Spiegel,
es schmeichelt dir nie.
Es spiegelt dein Temperament.
Es spiegelt auch deine Schwankungen.
Ärgere dich nie über dein Pferd,
du könntest dich ebenso über dein Spiegelbild ärgern…